Hecken

Heckenpflege

Die Verbindung von Notwendigem mit Nützlichem. Die Gewinnung von geeignetem Material für unsere Arbeit ist hier nur ein willkommener Nebeneffekt.


Warum Hecken in der Flur so wichtig sind

 

Hecken erfüllen vielfältige Funktionen. Hier nur einige Beispiele: Sie

  1. • beleben und gliedern die Landschaft
  2. • bieten an Böschungen und Bachufern Erosionsschutz
  3. • regulieren den Wasserhaushalt
  4. • tragen zur Verringerung oder Vermeidung von Stoffeinträgen in Gewässer bei
  5. • sind wichtige Bestandteile für eine Biotopvernetzung
  6. • bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten idealen Lebensraum
  7. • wirken klimaregulierend und als Windschutz
  8. • bieten Sichtschutz
  9. • fördern den biologischen Pflanzenschutz
  10. Ihr mehrschichtiger Aufbau (Boden-, Kraut-, Strauch- und Baumschicht mit verschiedensten Ausprägungen) bringt eine besonders große Artenvielfalt mit sich.

Viele Tierarten nutzen die Hecken daher als (Teil-) Lebensräume,
z.B. als • Winterquartier (z.B. Igel, Erdkröte), • Versteck (z.B. Feldhase, Vögel), • Nahrungsraum (z.B. Bienenweide schon im zeitigen Frühjahr für Wildbienen, Honigbienen und andere Insekten; Beeren und andere Früchte im Herbst, z.B. für Vögel und Säuger), als Revier - zur Reviermarkierung und -abgrenzung (z.B. Sitz- und Singwarte für Vögel)

 

Viele Hecken genießen den pauschalen Schutz des § 30 BNatSchG (Biotopschutz!).

 

Warum Heckenpflege?

 

Hecken zählen zu den traditionellen Struktur- und Biotopelementen der bäuerlichen Kulturlandschaft. Ihre Bedeutung steht wegen ihrer vielfältigen Funktionen außer Frage. In der Vergangenheit wurden Hecken gelegentlich von den Landwirten sukzessive auf den Stock gesetzt (über dem Boden abgesägt) und somit langfristig erhalten. Die Brennholzgewinnung stand dabei im Vordergrund. Heute besteht dieser Bedarf nicht mehr. Die Heckenpflege

  • • ersetzt die ursprüngliche Heckennutzung und sichert so den Fortbestand der Hecken
  • • verhindert eine Überalterung und Artenverarmung der Hecken
  • • sichert die vielfältige Funktionsfähigkeit der Hecken
  • • trägt zur Erhaltung eines strukturreichen Landschaftsbildes bei.

Wie wird die Heckenpflege richtig durchgeführt?

  • • Alle 10-25 Jahre
  • • Im Winterhalbjahr (Eingriffe in Gehölzbestände sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur vom 1.Oktober bis 29.Februar zulässig.)
  • • Abschnittsweises „auf den Stock setzen“: in Abschnitten von jeweils maximal 20 m Länge werden die Gehölze etwa 20-40 cm über dem Boden abgesägt. Bis zu 20 % einer Hecke können gleichzeitig im Abstand von wenigen Jahren gepflegt werden.
  • • Bei besonders kurzen Hecken kann das „auf den Stock setzen“ durch ein Auslichten (einzelbuschweise) ersetzt werden, damit die Hecke trotz Pflegeeingriff ihre ökologische Funktion behält.
  • • Als „Überhälter“ werden einzelne, reizvolle Bäume und Sträucher wie Eiche, Kirsche, Feldahorn oder Walnuss stehen gelassen. Dies gilt insbesondere für Gehölze der Baumschicht, die nur ein geringes Potential zum Wiederaustrieb besitzen (z.B. Eiche).
  • • Stellenweise abgestorbene Stämme als Totholz belassen (z.B. Nistgelegenheit für Wildbienen und Lebensraum für zahlreiche Käfer).
  • • Größere Fehlstellen in den Hecken ggf. durch Bepflanzung mit heimischen Baum- und Straucharten schließen.

Wohin mit dem Schnittgut?

  • • zur Anlage von „modifizierten Benjes-Hecken“ nutzen (einreihige Heckenpflanzung wird mit der Aufschichtung sperrigen Schnittguts kombiniert)
  • • mit Häckselmaschine zerkleinern und Häckselgut auf Äcker ausbringen
  • • einer Kompostanlage zuführen.

Das Verbrennen des Materials sollte nach Möglichkeit vermieden und die Zuführung auf eine Deponie

ausgeschlossen werden.

 

Was ist bei der Pflege zu vermeiden?

 

  • • Die gesamte Hecke in einem Zug auf den Stock zu setzen. Die Tiere verlieren auf einen Schlag ihren Rückzugsraum und es dauert einige Zeit, bis die Hecke ihre volle Funktion zurückgewinnt.
  • • „Zurechtstutzen“ oder nur seitlicher Rückschnitt der Hecke
  • • Abbrennen von Hecken(abschnitten)
  • • Ausreißen von Wurzelstöcken

Durch Öffentlichkeitsarbeit für Hecken werben

 

Unkenntnis über Notwendigkeit und Art der Heckenpflege können bei der Bevölkerung leicht Unmut und Proteste hervorrufen. Dies kann durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit schon im Vorfeld der Pflegemaßnahmen vermieden werden. Geeignete Möglichkeiten sind z.B. Organisatione eines "Heckenpflegetages", der von der Gemeinde,oder der zuständigen uNB organisiert werden kann. Naturschutzverbände, Kleingarten- und andere Vereine können an der Organisation oder dem Pflegeeingriff beteiligt werden.  Günstig sind auch Beiträge in Gemeindeblättern oder der örtlichen Tageszeitung, die über den Sinn der notwendigen Verjüngungsmaßnahme und den Zeitpunkt der geplanten Pflegemaßnahme berichten (MÜSSLER 1998).

 

Hecke als Lebensraum: Beispiele für die ökologische Einnischung tierischer Bewohner, z.B.

  • ·         Deckung für Niederwild (Hase)
  • ·         Äsung für Niederwild (Reh)
  • ·         Sitzplatz für Lauerjäger (Raubwürger, Spinnenarten)
  • ·         Nistplätze für Vögel (Rebhuhn, Dorngrasmücke)
  • ·         Schlafplatz für Nachtaktive (Waldohreule, Igel)
  • ·         Versteck für Amphibien, Reptilien (Erdkröte, Eidechse) und Kleinsäuger (Igel)

 

Quelle: LFU Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg

Landesanstalt für Umweltschutz

Postfach 21 07 51   76157 Karlsruhe

Baden-Württemberg Telefax: (0721)983-1456

Fachdienst Naturschutz http://www.uvm.baden-wuerttemberg.de/lfu

Von uns gepflegte Hecke in Reimersgrün/ Vogtland DANACH.

 

Teilbereiche wurden hier auf Stock gesetzt, Einzelbäume sind entnommen worden aber auch gezielt belassen, wie z.B.

hier gut zu sehen die Wildkirsche als

Bienennahrungsbaum und Landschaftselement.

Eine weitere sehr empfehlenswerte und ausführliche Seite zu diesem Thema ist die des Landschaftspflegeverbandes "Mittleres Erzgebirge", der sich u.a. schon seit vielen Jahren mit der Pflege von Hecken beschäftigt und viel Erfahrung damit hat.